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Diskmags - das Medium der Demo-Szene

Diskmags sind zweifellos das genuine Medium der Demo-Szene und gehören nach wie vor zu den wichtigsten Informationsressourcen. Entstanden bereits Mitte der Achtziger Jahre haben sie als elektronische Nachrichtenmagazine der Demo-Szene mittlerweile einen hohen Professionalitätsgrad erreicht. Damals – das WWW existierte noch nicht als Plattform, die prinzipiell jedem und überall zugänglich ist – vor allem als Disketten verbreitet, werden Diskmags inzwischen häufig online über Mailboxsysteme und Internet-Dienste angeboten. Daher bezeichnet man sie heute auch bisweilen synonym als sogenannte E-Mags.


Thematisch informieren Diskmags über alles, was für die Mitglieder der Subkultur Demo-Szene von Interesse ist: Szenenews, ein Veranstaltungskalender, Messe- und Party-Berichte, Anleitungen und Tutorials zur Programmierung, zur Erstellung von 3D-Grafiken oder Musiktracks sind neben dem Internet und allem, was kreative Arbeit mit dem Computer sonst noch beinhaltet, die bevorzugten Themen. Weitere zentrale Inhalte sind Diskussionsforen, Reviews der neuesten Kunstwerke der Szene, Charts und Interviews mit einzelnen Künstlern oder Gruppen. Hauptsprache ist hier vor allem Englisch – Diskmags adressieren mit der Demo-Szene nun einmal eine internationale Community.

In ihrer Bedeutung für den Zusammenhalt und die Fortexistenz der Subkultur Demo-Szenen kann man die Mags gar nicht hoch genug einschätzen: Neben der Eventform „Demo-Parties“ findet hier primär die Diskussion und Kommunikation der Szene-Inhalte statt. Für den Aufbau und die stetige Aktualisierung des subkultureigenen Normen- und Wertigkeitssystems (sowohl in ästhetischer als auch in technologischer oder ethischerer Hinsicht) der Demo-Szene sind Diskmags ein zentraler Baustein, der bis heute nicht wegzudenken ist.

Was DiskMags von anderen elektronischen Publikationen unterscheidet, ist ihre multimediale Gestaltung. Sie beruhen auf einem eigens programmierten System, das dem Leser eine künstlerisch gestaltete grafische Oberfläche bietet, die meist noch von ebenfalls speziell für dieses DiskMag komponierter Musik unterlegt wird.
Da sie zum Offline-Lesen gedacht sind, verfügen DiskMags über keine unmittelbaren interaktiven Komponenten, wie sie Online-Zeitschriften oft auszeichnen, also interaktive Diskussionsforen oder Live-Chats. Gleichwohl sind Textbeiträge seitens der Leser sehr erwünscht. Ohnehin war es in ihrer Blütezeit für jeden Szener eine Frage der Ehre, auch selbst für ein DiskMag zu schreiben.


Mit dem Wandel im Format von der Diskette zum Download ging dabei eine Entwicklung hin zu mehr gestalterischer und journalistischer Professionalität einher (und zu höherer Quantität: die Beschränkung der Diskettengröße fiel weg. Mittlerweile gibt es DiskMags, die 1 MByte an reinem Text enthalten. Zum Vergleich: eine DIN-A4-Seite entspricht ca. 3 KByte). Niveau, Informationsgehalt sowie Bedienerfreundlichkeit und Handhabe der Diskmags haben mittlerweile eine beachtliche Qualität erreicht. Viele DiskMag-Programmierer legen heute großen Wert auf eine bequeme Menüführung und Volltextsuchfunktionen, die das Klicken durch anspruchsvolle Reportagen und hintergründige Berichte aus der Szene in der Regel zu einem unterhaltsamen Erlebnis machen.

DiskMags erscheinen in unregelmäßigen Abständen, "aktive" Magazine veröffentlichen etwa alle 4-6 Monate eine neue Ausabe. Meist sind es redaktionell spezialisierte Szenegruppen, die für ein Diskmag verantwortlich zeichnen.
Obwohl es noch der Regelfall ist, das man sich ein Diskmag auf einer der einschlägigen Webseiten herunterladen muss, hat die immer größere Bedeutung und Verbreitung des Mediums Internet in den vergangenen Jahren etwas Bewegung in die Landschaft gebracht. Allgemein hat die Zahl der aktiven DiskMags abgenommen. Mancherorts hat man komplett auf ein Online-Angebot umgestellt, einige klassische Formate wurden zumindest um ein Webangebot ergänzt. Die Vorteile dieser Publikationspraxis liegen auf der Hand: Schnellere News und Updates, ergänzt durch die hier prinzipiell erst mögliche hohe Interaktivität.
Aber dementsprechend sind die Online-Plattformen der Szene wie Orange Juice auch vor allem reine Nachrichtenmagazine, die kaum tiefergehende Artikel und die übrigen "klassischen" Inhalte eines DiskMags bieten. Gemeinsam mit der künstlerischen und gestalterischen Freiheit, die die individuelle Programmierung eines DiskMags ermöglicht, ist dies wohl der Hauptgrund, weshalb DiskMags ihren Online-Pendants noch einiges voraushaben und nach wie vor eines der beliebtesten Medien der Demoszene darstellen.


So ist wohl nicht davon auszugehen, dass das kompakte und in sich abgeschlossene Format eines Diskmags bald der Vergangenheit angehören wird – zu groß ist der Kultstatus, den eingeführte Mags wie „Generation“, „Showtime“, „Hugi“, "PAiN" oder "Wildmag" inzwischen genießen. Im Internet bietet die Homepage von Scenet einen guten Ausgangspunkt für die Lektüre von Disk- und Onlinemagazinen, eine kleinere Auswahl führender Diskmags finden sie auch im Abschnitt „weiterführende Links“.