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origami digital - Demos without Restrictions


Ab dem 10. Dezember 2002 zeigt digitalcraft im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt die Ausstellung „origami digital – Demos without Restrictions“. Mit der sogenannten Demo-Szene präsentiert digitalcraft damit eine weitere aufregende Facette digitaler Alltagskultur erstmals im Kontext eines Museums.

Auf PCs, Palms und Mobiltelefonen ist dabei eine Auswahl von Meilensteinen aktueller und “historischer” Demos zu sehen. Parallel werden vielfältige Aspekte der subkulturellen Organisationsweise der Szene sowie der verwendeten Techniken und verschiedenen Plattformen aufgezeigt.
Doch die wichtigste Frage vorweg:

Was ist eigentlich ein Demo?

Lexikalisch ausgedrückt: Ein Demo ist zunächst einmal eine nichtinteraktive computergenerierte Filmsequenz. Mit ihrer konzeptionellen Verbindung aus Grafik, Animation und Musik prägten Demos massiv den Begriff dessen, was wir heute unter „Multimedia“ verstehen. Sie werden dabei nicht konventionell mit Hilfe von Bildbearbeitungs- und Videosoftware erstellt, sondern auf Basis reinen Programmcodes. Dieser wird dabei zumeist in asm (Assembler), C/C++ oder Pascal geschrieben. Manche Demos kommen daher mit dem unglaublichen Speicherplatz von 1KByte aus.
Demos dienen zunächst nur einem Zweck: Sie wollen bis dato ungesehene Effekte zeigen, ein audiovisuelles Feuerwerk entfachen und damit immer aufs Neue die Vorstellung des technisch Machbaren revolutionieren. Ein Demo will nur sagen „hey, I can do this, and I can do it on this machine“ und vielleicht noch „greetings to my friends“.





Wie sieht eigentlich ein Demo aus?

Wie die beiden oben angezeigten Bilder schon andeuten, ist die Spannbreite hier sehr groß. Einen kleinen repräsentativen Überblick ausgesuchter Demos haben wir in unserer Gallery zusammengestellt. Neben Screenshots und Kurzbeschreibungen finden Sie dort jeweils mehrere Download-Möglichkeiten zu den Objekten. --> Zur Gallery




Warum „origami digital“?

Schon bei den ersten Recherchen zum Thema Demos tauchte die Frage auf, mit welchen kulturellen Artefakten diese zu vergleichen wären. Neben dem Aspekt, dass sie zunächst einmal keine Funktion jenseits des kontemplativen Genusses des Betrachters haben, fällt dabei immer wieder ins Auge, in welchem Maße die Erstellung eines Demos auf strikten Regeln beruht. Die Weigerung, "zeitgenössische" Programme zu verwenden, die selbstgewählte Beschränkung auf Computerplattformen, deren Blütezeit lange zurück liegt, und weitere sogenannte Restrictions weckten schließlich die Assoziation "Origami".

Auch die traditionelle japanische Papierfaltkunst verzichtet per defintionem auf zeitgemäße Hilfsmittel wie Klebstoff und Schere. Hier wie dort erfordert die künstliche Selbstbeschränkung der gestalterischen Mittel enorme "kunsthandwerkliche" Geschicklichkeit und zwingt dazu, stets neue Kreativität freizusetzen. Genau darin sind Demos dem klassischen Origami vergleichbar: Ihr Medium sind Bits statt Papier, die Virtuosität im Umgang mit dem Programmcode entspricht der avanciertesten Faltkunst. Also "origami digital".



Auf den folgenden Seiten dokumentieren wir „origami digital“ ausführlich unter unserer Webpräsenz www.digitalcraft.org. Weite Teile der Ausstellung vor Ort sind damit via Internet für Interessierte rund um den Globus verfügbar und auch Museumsnutzer können hier ihre Eindrücke nach dem Besuch von „origami digital“ noch einmal in Ruhe vertiefen.

Die Ausstellung „origami digital“ ist Bestandteil eines dreigliedrigen Themenzyklus. ”I love you” bildete im Mai 2002 zum Thema Computerviren den Anfang, im März 2003 wird sich eine Ausstellung zum Thema mp3/Peer-to-Peer anschließen. Für die Koordination von „origami digital“ zeichnet Jochen Leinberger verantwortlich, digitalcraft steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Franziska Nori.



Wir danken Dierk Ohlerich von Farb Rausch (--> mehr hier), der uns für ein ausf?hrliches Interview zur Verfügung stand. Salla Laurikka und Jani Lainesalo unterst?tzten uns tatkräftig, in dem sie ihre Handy-Demos "Aikaspektri" (ein Gemeinschaftsprojekt der Gruppen Extent und Embassy) und "925" (Jani Lainesalo) für "origami digital" zu einer Endlosschleife verarbeitet haben, die wir im digitalcraft-Ausstellungsraum zeigen.

Der bekannte Demo-Artist Nemanja Bondzulic alias Cyborg/iNDUSTRY (--> mehr hier) hat uns schließlich eigens einen Player programmiert, der es ermöglicht, im Rahmen von "origami digital" vor Ort auf dem Palm eine Reihe von Demos ablaufen zu lassen. Hierfür an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich vielen Dank.
Wir danken Luca Lampo, der uns zahlreiche Denkanstösse und Ideen gab.
Ebenso standen uns Patric Kloeter und Heiko Klingler vom Amigamuseum (-->mehr hier) hilfreich bei der Ausstellungsvorbereitung zur Seite.

Zu guter Letzt danken wir unseren Partnern Nokia und Palm für ihre Unterstützung von "origami digital".